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Sachsenhagen

Leben gestern und heute

 

Die Geschichte des Schützenfestes

1951

Am 27. April 1951 um 20:45 Uhr fand eine Sitzung mit dem neu gegründeten Schützenfestausschuss statt. Anwesende waren damals: Bürgermeister Gerlach, Carl Conradi, Carl Meier, Friedrich Engelbrecht und Stadtdirektor Klingemann. Der Ausschuss war berechtigt, weitere Bürger für die Durchführung des Schützenfestes am 15. und 16. Juli heranzuziehen.

Beschlüsse
1. Vorsitzender Bürgermeister Gerlach
Schützenmajor Friedrich Engelbrecht, Adjudant Walter Gerlach
Vorarbeiten Fest Carl Conradi und Carl Meier
Festwirt Stackmann, Sievers
Buden 2 Schießbuden, 2 Süßigkeitsbuden, 1 Spielwarenbude, 1 Karussel

Auszug aus dem Sitzungsbericht vom 29. Mai 1951

Im Vordergrund der Debatte stand zunächst das Preis- und Königsschießen. Träger des Schießens ist der Sportverein Sachsenhagen. Es wurde hierbei die Auffassung vertreten, dass die Herren den einzuzahlenden Betrag der teilnehmenden Schützen so niedrig wie möglich halten sollten. Zumal kein Überschuss erziehlt werden soll.

Das Preisschießen soll vorher auf dem Ratskeller und das Königsschießen am zweiten Schützenfesttag früh auf dem Zelte stattfinden. Es soll mit Luftgewehren geschossen werden, weil es mit Kleinkaliberbüchsen zu teuer kommt.

Nach längerer Debatte war Herr Beck nicht mehr ganz abgeneigt, die Funktion des Schützenmajors zu übernehmen, wenn man ihm Unterstützung zu teil werden lasse.

Der Ausschuss ist der Auffassung, dass in diesem Jahre die erfahrenen Männer das traditionelle Schützenfest wieder in Gang bringen und es dann im Jahre 1952 den jüngeren Kräften überlassen.

Nach Möglichkeit soll es bei der alten Rotteinteilung verbleiben. Herr Reichelt will mit dem Rundfunk verhandeln, damit das Sachsenhägener Schützenfest auch über den Rundfunk weiteren Kreisen bekannt wird.

 

In der Festausschusssitzung vom 07. Juni 1951 wurde für den 11. Juni eine Bürgerversammlung festgelegt, um das Interesse der Einwohner für das traditionelle Schützenfest zu wecken.

 

Auszug Bürgerversammlung vom 12. Juni 1951

Nach kurzer aber herzlicher Begrüßung begründete der Bürgermeister die Einladung zur Bürgerversammlung.

Er führte u. a. aus, dass es notwendig sei, dass das Schützenfest in althergebrachter Weise wieder auflebe. Schützenfesttage hätten bei der Einwohnerschaft in all den vielen Vorkriegsjahren die hier und da vorhandenen Trennungsstriche fallen lassen. Die Einigkeit wäre an diesen Tagen unübertrefflich gewesen und so solle es auch nun wieder werden. Dies sei jedenfalls sein Bestreben und er bitte, ihn in dieser Hinsicht zu unterstützen. Darum sei es dringend erforderlich, dass sich Rottführer melden und zwar 5 beherzte Männer kämen hierfür in Frage.

Auf Anfrage erläuterte der Bürgermeister, dass die Rotteinteilung für das volle Gelingen des Festzuges unerlässlich sei. Sie gleicht einer Kompanie in einem Bataillon. In der Rotteinteilung läge aber gleichzeitig die Pflege des Zusammengehörigketisgefühls und der Geselligkeit und deshalb wäre auch bei den Rottführern an beiden Festtagen vor dem Festmarsch ein kameradschaftliches Beisammensein, bei dem Getränke und Rauchwaren gereicht würden. Zu diesen Unkosten müßten jedoch alle Teilnehmer am Festmarsch beitragen. Nach eingehender Aussprache wurde folgendes festgestellt. Die Anwesenden gaben ihre Zustimmung, es bei 5 Rotts zu belassen und einen Rottbeitrag von 3,-- DM zu leisten

Das Preisschießen beginnt an den Schiesstagen um 9 Uhr und wird um 18 Uhr beendet. Die Schulentlassenen bis zu 21 Jahren gehören zu den Jungschützen. Der beste Jungschütze erhält auch eine Ehrenscheibe, hat aber sonst keine Verpflichtung und keine Ausgaben. Der Schützenkönig wird erst am 2. Festtag früh ermittelt und entsprechen geehrt. Die Kinderbelustigung findet am 2. Festtag des Nachmittags statt.

 

Protokoll des Festausschusses vom 19. Juni 1951

Anwesende: Bürgermeister Gerlach, Stadtdirektor Klingemann, Herr C. Meier, C. Conradi, Fr. Engelbrecht und W. Büsselberg. Dr Fedler war entschuldigt.

Es wurde einstimmig beschlossen, dass die Rottführer sich grundsätzlich über die Verabreichung von Getränken u.s.w. vorher noch einigen. Essen sollte nicht mehr verabreicht werden.

Das Königsschießen findet am 2. Morgen von 8 Uhr bis 12 Uhr statt. Es schießen die Rotts in der Reihenfolge 1 bis 5. Jeder Einwohner der das 21. Lebensjahr vollendet hat, sich am Rott und am Ausmarsch beteiligt, kann am Königsschießen teilnehmen. Für alle bis zum 21. Lebensjahr schießen unter den gleichen Bedingungen wie auf der Königsscheibe, auf eine Jungschützenscheibe. Endgültig wurde Friedrich Engelbrecht zum Schützenmajor und Wilhem Bellersen zum Adjudanten bestimmt.