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Sachsenhagen

Leben gestern und heute

 

900 Jahre Schaumburg

Schaumburger Friede


Quelle: Schaumburger Nachrichten, Beilage: 900 Jahre Schaumburg, Bilder privat

Vor 900 Jahren wurde das Schaumburger Land zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Einzelheiten dazu findet man auf der Seite "Schaumburger Friede".

1110 fällt der der offizielle Startschuss für die Geschichte des Schaumburger Landes. Gestützt wird diese Zeitrechnung auf eine Chronik des 12. Jahrhunderts. Der spätere König und Kaiser Lothar von Süpplingenburg ist Herzog von Sachsen, als er den Schaumburger Adolf II. mit den Grafschaften Holstein und Stormarn belehnt, nach dem gewaltsamen Tod des Grafen Gottfried von Hamburg.

Diese Herrschaft der Schauenburger war für Holstein der Beginn einer sehr bedeutsamen Epoche. Nach außen galt der Kampf besonders den Dänen, innen erfolgte der Aufbau einer Landesherrrschaft und die Christianisierung konnte sich durchsetzen.

Um diese Zeit wieder lebendig werden zu lassen, hat man "Fürst Ernst zu Holstein-Schaumburg" wieder auferstehen lassen. Er lebte während der Renaissance von 1569 (geboren in Bückeburg) bis er 1622 kinderlos verstarb und war der letzte bedeutende Herrscher, der das gesamte Schaumburger Land regierte, bevor es im 17. Jahrhundert zweigeteilt wurde.

Unter seiner Regentschaft blühte Schaumburg auf, Fürst Ernst legte großen Wert auf Kunst, er förderte Handel und Wandel, sein Vermögen basierte auf den mit einfachen Mitteln zu fördernden Rohstoffen Salz und Kohle. Der Schaumburger Bergbau hatte eine führende Position und machte den Grafen so reich, dass Kaiser Ferdinand II in Prag den verlorengegangenen Fürstenstand der Schaumburger Grafen erneuerte.

Fürst Ernst ging nicht nur als Förderer von Bildung und Kunst in die Geschichte ein, sondern war auch als weiser und moderner Herrscher bekannt, der seinen kleinen Staat neu ordnete.Bis heute prägen seine Bau- und Kunstwerke Schaumburg. Er erließ eine Kirchenordnung, die heute noch gilt und eine Polizei- und Amtsordung, die bis 1806 in Kraft war. Er gründete zahlreiche Schulen, errichtete ein Gymnasium in Stadthagen und die Universität in Rinteln, die bis 1804 bestand.

Schlossturm

Seine Ankunft ist am Donnerstag, 19. August 2010 um 18:20 Uhr an den Strandpromenaden in Steinhude mit einigen Schiffen. Von dort aus beginnt seine 11 tägige Reise in "sein" Schaumburger Land. Dort wird ein sehr unterhaltsames Programm für ihn zelebriert. Im Hagenburger Schloß begibt er sich zur Ruhe.

Am nächsten Morgen wird er dort verabschiedet. Kehrt in Düdinghausen und Wölpinghausen ein, um dann natürlich auch seinen damaligen Wohnsitz, das Schloß hier in Sachsenhagen, zu besuchen. Er bezog es damals mit seiner Frau Hedwig, der Tochter des Landgrafen Moritz des Gelehrten zu Hessen-Kassel und begann mit dessen Umbau und Modernisierung. Dabei zeigte sich sein in Italien geschultes Kunstverständis. Als sein Bruder Graf Adolf und dessen Sohn 1601 verstarben, war Ernst unerwartet Landesherr und ließ sich in Stadthagen nieder.

Mit Fürst Ernst unterwegs sind sein Kanzler und Hofrichter Dr. jur. Anton von Gertenbrock, der Haushofmeister Melchior von Ferzenbroich, Magister Hieronymus Notholden- Pastor und Beichtvater des Fürsten, seine Leibgarde mit Hauptmann Dietrich von Zerssenheim, einer Reitereskorte, vielen Begleitern und Landsknechtsfrauen.

Begrüßt wird der Fürst in Sachsenhagen, bei herrlichem Spätsommerwetter, nicht nur von vielen Bürgern unserer kleinen Stadt, sondern natürlich auch vom derzeitigen Bürgermeister Heinz Mensching, dem Ehrenbürgermeister Herwig Henke, dem früheren Stadtdirektor Eckbert Lichtinger und vielen anderen.

Übergabe einer Petition

Fürst Ernst werden auch zwei Petitionen der Stadt Sachsenhagen vorgetragen, über die er ein salomonisches Urteil fällen soll. Der frühere Stadtdirektor Lichtinger bittet ihn um die Entscheidung, ob das frühere Taufbecken bzw Pferdetränke (genaues ist nicht bekannt) seinen Platz am Schloß oder an der Kirche haben soll.

Ehrenbürgermeister Henke

Der frühere Ehrenbürgermeister Herwig Henke trägt eine Petition vor, wie das Schloß in Zukunft genutzt werden soll. Geplant wäre, dass dort in Zukunft das Standesamt ist und desweiteren das Schloß für kulturelle Zwecke genutzt wird.

 

 

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